KONZERTREIHE
BASEL & ZÜRICH

2022_2023

CAPRICCIO_DA CAPO

Mit der Saison 2001/2002 startete das Capriccio Barockorchester seine erste Konzertreihe in Basel und Zürich. In den 20 Spielzeiten pflegte das Orchester die Vielfalt der barocken und frühklassischen Orchesterliteratur und lud herausragende Exponenten der historischen Aufführungspraxis als Leiter und Solisten ein.

 

Diese Tradition führt das Orchester in der neuen Saison mit Freuden weiter. Capriccio wie von Anfang an also?

Ja, und gerade deshalb immer wieder mit Herz, etwas Schalk und Elan für Neues und Überraschendes. 

LE QUATTRO STAGIONI

Donnerstag, 08. Dezember 2022, 19.30 Uhr _ Peterskirche Basel

Montag, 02. Januar 2023, 11.00 Uhr _ Tonhalle Zürich

Georg Friedrich Händel

Water Music, Suite G-Dur, HWV 350

Johann Sebastian Bach
Violinkonzert a-moll, BWV 1041

Antonio Vivaldi

Le quattro stagioni

Leila Schayegh, Violine

Um 1710 verfasste Antonio Vivaldi seine ersten Violinkonzerte und bis 1725 fand er zu einer einfachen Formlösung. In diesem Jahr veröffentlichte er jene vier Konzerte, die zu einem Markstein in seiner Karriere, auch jenseits der eigenen Lebenszeit, wurden: «Le quattro stagioni». Erstaunlich, wie vielfältig sich Naturerscheinungen auf einer Violine in schwungvollen Figurationen verkörpern lassen.

In den letzten Jahren hat sich Leila Schayegh an die Spitze der Alten Musikszene gespielt. Als Solistin und Kammermusikerin ist sie regelmässig auf den wichtigen Bühnen der Alten Musikszene zu hören, zuletzt in

Utrecht, Bremen, Versailles, Warschau, Mailand oder der MDR Musiksommer. Seit 2010 doziert Leila Schayegh zudem an der Schola Cantorum Basiliensis und gibt ihre Erfahrung und ihre Kenntnisse an die nächste Generation weiter: eine grosse Expressivität basierend auf einer umfassenden Kenntnis der historischen Quellenlage.

VIVA BOLOGNA

Samstag, 28. Januar 2023, 19.30 Uhr _ Theodorskirche Basel

Giuseppe Torelli

Sinfonia D-Dur für Trompete, Streicher und B.c.

Giovanni Bononcini

Sonata a 7, op. 3:8

Giuseppe Torelli

Concerto grosso a-Moll, op. 8:2

Maurizio Cazzati

Sonata a 6 für Trompete, Streicher und B.c., op. 35

Giuseppe Torelli

Concerto grosso a-Moll, op. 8:5

Giovanni Battista Vitali

Sonata a sei, op. 11

 

Henry Moderlak, Trompete

Bologna, die Hauptstadt der Emilia-Romagna, war von 1507 bis 1859 Teil des Kirchenstaates. Sie beherbergte seit dem 11. Jahrhundert eine der ältesten Universitäten Europas und war mit ihren 150 Kirchen ein religiöses Zentrum.

Besonders im Umkreis der Zentralkirche San Petronio entwickelte sich eine reiche Musikkultur, die ihren Höhepunkt im 17. Jahrhundert erlebte. Im Grunde liegen hier die Wurzeln der Ensemble- und später der Orchestermusik: Maurizio Cazzati, Giovanni Battista Bononcini, Giovanni Battista Vitali, Giuseppe Torelli gehörten zu den innovativen Komponisten von Sonaten, Concerti grossi und Solokonzerten. 1666 wurde die «Accademia dei Filarmonici» gegründet, eine Art Musikerzunft, die später ihren Einfluss in ganz Europa geltend machte.

L'ESPRIT DES LUMIÈRES

Samstag, 22. April 2023, 19.30 Uhr _ Wasserkirche Zürich

 

Jean-Jacques Rousseau
Le Devin du Village - Ouvertüre

Jean-Philippe Rameau
Pigmalion - Ouvertüre und Tänze

Michel Blavet
Konzert für Flöten, zwei Violinen und B.c a-Moll

Joseph Bodin de Boismortier
Le Bourgeois Gentilhomme - Musique de théâtre

Jean-Marie Leclair
Konzert für Violine, Streicher und B.c. a-Moll op. 7, Nr. 5

Dominik Kiefer, Leitung

Das Programm lässt den Geist der Aufklärung, der im 18. Jahrhundert wesentlich aus Frankreich wehte, musikalisch zu neuem Leben erwecken. In seinem Acte de ballet „Pigmalion“ preist Jean-Philippe Rameau das aufklärerische Ideal des schöpferisch tätigen Menschen, welches auch von seinem musikästhetischen Rivalen Rousseau geteilt wurde. Daneben erklingen Konzerte von Michel Blavet und Jean-Marie Leclair, die zu den herausragenden Instrumentalvirtuosen ihrer Zeit zählten.

PIONIERGEIST

Freitag, 02. Juni 2023, 19.30 Uhr _ Peterskirche Basel

Sonntag, 04. Juni 2023, 17.00 Uhr _ Kirche St. Peter Zürich

 

Georg Philipp Telemann

Ouvertüre F-Dur, TWV 55:F12
Johann Stamitz
Klarinettenkonzert B-Dur

Johann Sebastian Bach
Ouvertüre D-Dur, BWV 1068a

Carl Stamitz
Klarinettenkonzert B-Dur, Nr.3

Carl Philipp Emanuel Bach
Sinfonia C-Dur, Wq 182/3

Francesco Spendolini, Klarinette

Vater und Sohn Stamitz wirkten in Mannheim, einem Hotspot der Entwicklungsgeschichte der Institution Orchester im 18. Jahrhundert. Sie stammten ursprünglich aus Böhmen und beide schrieben sie Konzerte für das jüngst erst entwickelte Blasinstrument Klarinette und landeten damit sogleich Kernwerke des Repertoires. Diesen süddeutsch-böhmischen Errungenschaften werden ebenso progressive Werke aus dem Norden Deutschlands gegenübergestellt; denn die eigentlichen Trendsetter waren damals der zweitälteste Bach-Sohn und dessen Pate Telemann. In der Mitte des Programms steht aber Johann Sebastian Bach selbst. Nur ein halbes Jahrhundert umgreifen die Geburtsdaten dieser Kompositionen, aber welche eine Vielfalt, welch rasante Entwicklung im revolutionären 18. Jahrhundert von Barock bis Frühklassik!