
«GESCHICHTEN»
Konzertreihe Aargau 2026_27
Erkunden Sie mit Capriccio die eindrücklichen GESCHICHTEN der Konzertorte der Saison 2026_27.
In der Architektur erzählen die Schichten eines Gebäudes, von den Grundmauern bis hin zu den Dachbalken, eine Geschichte über die Zeit und den kulturellen Kontext, in dem es erbaut wurde. Gleichermassen fügen sich in der Musik verschiedene melodische Linien, Harmonien und Rhythmik zu einer klangvollen Architektur zusammen.
Alle Konzerte beginnen mit einer kurzen Einführung in die Besonderheiten des Konzertraums durch die
Kantonale Denkmalpflege.
MOZART VIELSAITIG
Freitag, 11. September 2026, 19.30 Uhr
Stadtkirche Aarau
Josef Mysliveček
Ouverture zu «Romolo ed Ersilia»
Wolfgang Amadeus Mozart
Violinkonzert Nr. 5 A-Dur, KV 219
Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie Nr. 29 A-Dur, KV 201
Leila Schayegh_Violine und Leitung
Der laufende Mozart-Zyklus von Leila Schayegh und Capriccio findet seine Fortsetzung mit dem fünften Violinkonzert, das den krönenden Abschluss dieser kanonischen Werkgruppe bildet. Mozarts Salzburger Konzertschaffen reiht sich ein in eine ganze Serie grosser Orchesterwerke, in deren Mittelpunkt die Sinfonik steht. Inspirieren liess sich Mozart in jenen Jahren auch von seinem Freund und Mentor Josef Mysliveček, der in Italien als «göttlicher Böhme» gefeiert wurde.
IL BAROCCO IN FESTA
Samstag, 10. Oktober 2026, 19.30 Uhr
Kirche St. Nikolaus Herznach
Georg Philipp Telemann
Concerto D-Dur für Violine, Trompete, Streicher und B.c., TWV 53:D5
Antonio Vivaldi
Concerto g-Moll für Violoncello, Streicher und B.c., RV 417
Giuseppe Sammartini
Concerto Es-Dur für Oboe, Streicher und B.c.
Georg Philipp Telemann
Concerto F-Dur für Blockflöte, Fagott, Streicher und B.c., TWV 52:F1
Conclusion D-Dur aus der «Tafelmusik II», TWV 50:D9
Dominik Kiefer_Leitung
Die ausgeprägte Festlaune im Barockzeitalter war eine der grössten Musen der Kunstgeschichte, denn in adligen und bürgerlichen Kreisen galt damals die unumstössliche Regel: Kein Fest ohne Musik. An opulenten Banketten und prachtvollen Bällen wurde die Gesellschaft stets auch durch farbenreiche Instrumentalmusik unterhalten. Konzertante Leckerbissen veredelten die Freuden der Tafel, während strahlende Trompetenklänge den Eröffnungs- und Schlusszeremonien eines barocken Fests besonderen Glanz verliehen.
ADVENTSKONZERT
Sonntag, 13. Dezember 2026, 17.00 Uhr
Kirche St. Peter und Paul Leuggern
Antonio Vivaldi
Sinfonia zu «L’Olimpiade», RV 725
Aria «Lo seguitai felice» aus «L’Olimpiade», RV 725
Georg Friedrich Händel
Sinfonia zu «Il Pastor fido», HWV 8
Arie «Alla sua gabbia d’oro» aus «Alessandro», HWV 21
Arie «Brilla nell’alma» aus «Alessandro», HWV 21
Arie «Rejoice greatly, O daughter of Zion» aus «Messiah», HWV 56
Antonio Vivaldi
Le quattro stagioni
Nuria Rial_Sopran
Leila Schayegh_Violine
Die Adventszeit steht ganz im Zeichen der Freude. Vorweihnachtliche Glücksgefühle entfachen in diesem Konzert gleich zwei herausragende Interpretinnen: Nuria Rial und Leila Schayegh. Die katalanische Ausnahmesängerin präsentiert im ersten Teil ein brillantes barockes Arienprogramm mit Werken von Vivaldi und Händel. Im zweiten Teil folgen Vivaldis faszinierend vielschichtige «Vier Jahreszeiten», die mit einem Porträt des freudebringenden Winters enden.
Der Vorverkauf für dieses Konzert startet in Kürze.
CAPRICCIOSO
Samstag, 20. Februar 2027, 19.30 Uhr
Stadtkirche Lenzburg
Georg Philipp Telemann
Ouverture F-Dur, TWV 55:F3
Franz Xaver Richter
Sinfonia B-Dur für Streicher
Franz Anton Hoffmeister
Konzert D-Dur für Viola und Orchester
Johann Christian Bach
Sinfonia g-Moll, op. 6/6
Carlos Vallés Garcia_Viola
Dominik Kiefer_Leitung
Die Orchestermusik des 18. Jahrhunderts fasziniert durch ihre enorme Vielfalt. Wichtige Kapitel ihrer Geschichte wurden von Komponisten aus dem mitteleuropäischen Kulturraum geschrieben: Georg Philipp Telemann entwickelte in seinen Ouvertüren einen unerhört feinen, orchestralen Klangsinn. Franz Xaver Richter verband in seinem kompositorischen Schaffen kontrapunktische Gelehrsamkeit mit schwungvollem Witz. Unkonventionelle Soloinstrumente wie die Viola rückten bei Franz Anton Hoffmeister ins Rampenlicht. Neue Töne schlug schliesslich Johann Christian Bach in der berühmten g-Moll-Sinfonie an, deren emotionale Eindringlichkeit seinerzeit Massstäbe setzte.
IL TRIONFO DEL VIOLINO
Samstag, 17. April 2027, 19.30 Uhr
Pfarrkirche Mariä Geburt Sins
Giuseppe Tartini_Giulio Meneghini
Concerto grosso C-Dur nach der Sonate op. 1/3
Antonio Vandini
Concerto D-Dur für Violoncello, Streicher und B.c.
Giuseppe Tartini_Giulio Meneghini
Concerto grosso G-Dur nach der Sonate op. 1/4
Giuseppe Tartini
Concerto G-Dur für Violine, Streicher und B.c.
Arcangelo Corelli_Francesco Geminiani
Concerto grosso d-Moll nach der Sonate op. 5/12 «La Follia»
Leila Schayegh_Violine und Leitung
Als «Triumph der Violine» galten im 18. Jahrhundert die Konzerte von Giuseppe Tartini. Dieser hatte sich, nach seinem Rückzug ins Kloster, das Geigenspiel fast autodidaktisch beigebracht und nach eigenen Angaben viel Corelli geübt. Nach dem Tod seiner Frau teilte Tartini eine Behausung mit dem Cellisten Antonio Vandini, dem er auch seine Cellokonzerte widmete. Im Programm soll Vandini selber zu Wort kommen. Ein Teil von Tartinis Sonaten wurden von Meneghini zu Concerti grossi transkribiert – ebenso wie Corellis Sonaten op. 5 von Geminiani.
DANCES & NUANCES
Samstag, 22. Mai 2027, 19.30 Uhr
Klosterkirche Wettingen
Francesco Geminiani
Suite aus «La forêt enchantée»
Georg Philipp Telemann
Concerto h-Moll für 2 Flöten, Fagott, Streicher und B.c., TWV 53:h1
Johann Sebastian Bach
Brandenburgisches Konzert Nr.1 F-Dur, BWV 1046
Jean-Philippe Rameau
Suite aus «Les Boréades», RCT 31
Dominik Kiefer_Leitung
Frankreich hat die spätbarocke Musikkultur Europas wesentlich mitgeprägt. Die Hauptstadt Paris zog bedeutende Musiker wie Francesco Geminiani an, der am Théâtre des Tuileries seine Pantomime «La forêt enchantée» zur Aufführung brachte. Telemann, dessen Konzerte nach eigener Bekundung «mehrentheils nach Franckreich riechen», wurde gleichenorts triumphal empfangen. Auch Bach orientierte sich in seinen Orchesterwerken an französischen Satzmodellen. Zu den grössten Meistern der französischen Barockmusik zählt Jean-Philippe Rameau, dessen vielschichtiges Spätwerk «Les Boréades» die Summe einer Epoche bildet.

