«LICHTBLICKE»

Konzertreihe Aargau 2022_23

«Des Künstlers Beruf: Licht senden in die Tiefe des menschlichen Herzens» (Robert Schumann)

Dieses Zitat begleitet das Capriccio Barockorchester seit seiner Gründung im Jahr 1999 und es hat in den letzten beiden Jahren zweifellos noch an Bedeutung gewonnen. Voller Zuversicht widmet das Orchester deshalb seine Saison 2022_23 diesem Leitgedanken und möchte mit einer besonderen Kombination von Raum und Musik einzigartige «Lichtblicke» ermöglichen.

Alle Konzerte beginnen mit einer kurzen Einführung in die Besonderheiten des Konzertraums durch die Kantonale Denkmalpflege.

SAISONERÖFFNUNG

Sonntag, 07. August 2022, 18.00 Uhr 

Schloss Lenzburg_Open Air

Georg Friedrich Händel

Music for the Royal Fireworks, HWV 351

​Leopold Mozart

Serenade in D-Dur, LMV VIII:9
Michael Haydn

Concerto für zwei Hörner in Es-Dur
Georg Philipp Telemann

Ouvertüre in D-Dur, TWV 55:D21

 

Dominik Kiefer, Leitung​​

Das Symbol des Lichts hat eine tiefe kulturelle Bedeutung. Es steht für den Anfang, die Hoffnung, den Aufbruch und das Lernen.

Die eröffnenden Konzerte der Saison 2022_23 hüllen das einzigartige Licht des Sommers in orchestrale Klänge. Blechblasinstrumente sind an der frischen Luft in ihrem eigentlichen Element. Sie dienten ursprünglich im Freien als Instrumente zur Repräsentation und Kommunikation und fanden schliesslich den Weg in die klassische Orchesterbesetzung.

Die vier Werke von Georg Friedrich Händel, Leopold Mozart, Michael Haydn und Georg Philipp Telemann erkunden verschiedene Möglichkeiten, Trompeten, Posaunen oder Hörner mit einem Orchester zu kombinieren. Während Mozarts Serenade in die Zukunft weist, stellt sich Telemanns Ouvertüre in D-Dur als eine der letzten barocken Orchestersuiten in eine lange Traditionslinie. Händels «Music for the Royal Fireworks» gilt heute zweifellos als Inbegriff barocker Freiluftmusik.

Tickets: Fr. 48.-

Bistro: Das Schloss-Bistro bleibt bis Konzertbeginn geöffnet. 

Witterung: Bei schlechtem Wetter wird das Konzert in den Rittersaal verlegt. 

2. SAISONKONZERT

Sonntag, 16. Oktober 2022, 17.00 Uhr 

Stadtkirche Zofingen

Christoph Willibald Gluck

La clemenza di Tito - Ouvertüre

Orfeo ed Euridice - «Reigen seliger Geister»

J.-J. Cassanéa de Mondonville

Les fêtes de Paphos

François-Joseph Gossec

Sinfonie d-Moll, op. 4, Nr. 6
Johann Christian Bach

Flötenkonzert D-Dur, C 79
Joseph Haydn

Sinfonie Nr. 80 d-Moll, Hob. I:80

 

Dominik Kiefer, Leitung​​

Das heutige Erscheinungsbild der Stadtkirche Zofingen dokumentiert eine fast tausendjährige, vielfältige Baugeschichte. Dabei mischen sich romanische, gotische und barocke Stilelemente in reizvoller Art und Weise.

Stilfragen beschäftigen aber nicht nur die Architektur. Im 18. Jahrhundert fand sich die Gattung Oper im Mittelpunkt scharfer Auseinandersetzungen um die Frage nach der ihr angemessenen Formen, Sprachen und musikalischen Stile. Als herausragender Opernkomponist seiner Zeit prägte das Wirken von Christoph Willibald Gluck diese Diskussionen entscheidend mit. Aus den die Opern eröffnenden Ouvertüren entwickelte sich im gleichen Jahrhundert die Sinfonie zu einer selbständigen Gattung. Der individuelle Charakter der Sinfonien von François-Joseph Gossec und Joseph Haydn zeugt von der intensiven Suche nach einem sinfonischen Stil.

3. SAISONKONZERT

Sonntag, 13. November 2022, 11.00 Uhr 

Sommerrefektorium des Klosters Wettingen

Johann Sebastian Bach

Orchestersuite Nr. 1 C-Dur, BWV 1066
Konzert für Oboe, Violine, Streicher und B.c. c-Moll, BWV 1060R

Konzert für Cembalo, zwei Blockflöten und Streicher Nr. 6 F-Dur, BWV 1057
Konzert für Cembalo und Streicher Nr. 4 A-Dur, BWV 1055

Orchestersuite Nr. 1 C-Dur, BWV 1066

 

Dominik Kiefer, Leitung​​

Im Kreuzgang des Klosters Wettingen befindet sich eine einzigartige Sammlung jahrhundertealter Wappen- und Figurenscheiben.

Die vielfältigen Motive bezeugen das Geschichts- und Selbstverständnis ihrer Spender. Eine Reihe von Konzerten für Cembalo von Johann Sebastian Bach lässt die Vergangenheit ebenfalls in einem neuen Licht erscheinen. Dazu griff er auf bestehende Konzerte zurück, bearbeitete sie neu und löste das Cembalo von seiner traditionellen Aufgabe als Generalbassinstrument. Dieses neue Verständnis des Cembalos in Bachs Konzerten markiert einen bedeutenden Schritt in der Geschichte des Klavierkonzerts. Eingerahmt werden diese konzertanten Glanzlichter durch die Orchestersuite Nr. 1 in C-Dur. Die Suite folgt dem von Jean-Baptiste Lully geprägten Modell einer französischen Ouvertüre.

4. SAISONKONZERT

Sonntag, 29. Januar 2023, 17.00 Uhr 

Antoniuskirche Wildegg

Giuseppe Torelli

Sinfonia D-Dur für Trompete, Streicher und B.c.

Giovanni Bononcini

Sonata a 7, op. 3:8

Giuseppe Torelli

Concerto grosso a-Moll, op. 8:2

Maurizio Cazzati

Sonata a 6 für Trompete, Streicher und B.c., op. 35

Giuseppe Torelli

Concerto grosso a-Moll, op. 8:5

Giovanni Battista Vitali

Sonata a sei, op. 11

Giuseppe Torelli

Sinfonia D-Dur für Trompete, Streicher und B.c.

 

Henry Moderlak, Trompete

Bologna, die Hauptstadt der Emilia-Romagna, war von 1507 bis 1859 Teil des Kirchenstaates. Sie beherbergte seit dem 11. Jahrhundert eine der ältesten Universitäten Europas und war mit ihren 150 Kirchen ein religiöses Zentrum. Besonders im Umkreis der Zentralkirche San Petronio entwickelte sich eine reiche Musikkultur, die ihren Höhepunkt im 17. Jahrhundert erlebte. Im Grunde liegen hier die Wurzeln der Ensemble- und später der Orchestermusik: Maurizio Cazzati, Giovanni Battista Bononcini, Giovanni Battista Vitali, Giuseppe Torelli gehörten zu den innovativen Komponisten von Sonaten, Concerti grossi und Solokonzerten. 1666 wurde die «Accademia dei Filarmonici» gegründet, eine Art Musikerzunft, die später ihren Einfluss in ganz Europa geltend machte.

5. SAISONKONZERT

Sonntag, 26. Februar 2023, 11.00 Uhr 

Aula der Alten Kantonsschule Aarau

François-André Danican Philidor

L’art de la modulation

François Couperin

Le Parnasse ou L’Apothéose de Corelli

Georg Philipp Telemann

Nouveaux Quatuors, D-Dur, TWV 43:D3

Johann Christian Schickhardt

Concerto F-Dur op. 19, Nr. 3

 

Dominik Kiefer, Leitung

Der griechische Berg Parnass steht in der europäischen Geistesgeschichte als Sitz des Gottes Apollon und der Musen sinnbildlich für künstlerische Höchstleistungen. So hat sich der Begriff auch in musikalischen Zusammenhängen etabliert. Entsprechend wählte François Couperin den Titel «Le Parnasse» für seine musikalische Verneigung vor Arcangelo Corelli, dem stilprägenden Meister der Triosonate. Den Anspruch, in neue Sphären vorzustossen, bezeugen auch Telemanns «Nouveaux Quatuors», welche barocke Formkonventionen und französischen Esprit spielerisch verbinden. Neue harmonische Farben erkundet «L’art de la modulation» von François-André Danican Philidor. Der geniale Schachspieler zeigte mit dieser Quartettsammlung, dass seine Kombinationskunst weit über das königliche Spiel hinausragt.

6. SAISONKONZERT

Sonntag, 23. April 2023, 17.00 Uhr 

Propsteikirche Wislikofen

Jean-Jacques Rousseau
Le Devin du Village - Ouvertüre

Jean-Philippe Rameau
Pigmalion - Ouvertüre und Tänze

Michel Blavet
Konzert für Flöten, zwei Violinen und B.c a-Moll

Joseph Bodin de Boismortier
Le Bourgeois Gentilhomme - Musique de théâtre

Jean-Marie Leclair
Konzert für Violine, Streicher und B.c. a-Moll op. 7, Nr. 5

Dominik Kiefer, Leitung

Das Programm lässt den Geist der Aufklärung, der im 18. Jahrhundert wesentlich aus Frankreich wehte, musikalisch zu neuem Leben erwecken. In seinem Acte de ballet „Pigmalion“ preist Jean-Philippe Rameau das aufklärerische Ideal des schöpferisch tätigen Menschen, welches auch von seinem musikästhetischen Rivalen Rousseau geteilt wurde. Daneben erklingen Konzerte von Michel Blavet und Jean-Marie Leclair, die zu den herausragenden Instrumentalvirtuosen ihrer Zeit zählten.